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Am 20.07.2007 fand das nunmehr dritte Konzert des Fördervereins statt. Auch diesmal wurde den Zuhörern wieder etwas ganz Besonderes geboten: mit den beiden Solisten Tatiana Shumakova und Viacheslav Ivashka gastierten zwei Profi-Musiker der staatlich weißrussischen Musikakademie aus Minsk in der Pfarrkirche Uedelhoven. Die beiden Virtuosen spielten auf Instrumenten, die vielen von uns sicherlich nicht ganz geläufig sind: Frau Shumakova auf einer Zimbal und Herr Ivaschka auf einem Knopfakkordeon.
Das Konzert war ein voller Erfolg. Die für unsere Verhältnisse zahlreich erschienenen Zuschauer waren von der musikalischen Darbietung so begeistert, dass ‘Zugabe’ gerufen und minutenlang geklatscht wurde.... Am Montag nach dem Konzert erschien ein von Franz Küpper geschriebener Artikel in der ‘Kölnischen Rundschau’, der das Ereignis sehr gut wiedergibt und der deshalb an dieser Stelle zitiert wird:
Von leise bis laut, von betrübt bis heiter
Weißrussische Musikvirtuosen begeistern Publikum mit Hackbrett und Knopfakkordeon
Sprichwörtliche ‘Kultur auf dem Lande’ präsentierte der ‘Verein zur Förderung der Pfarrgemeinde Uedelhoven’ in der Pfarrkirche. Die Besucher waren gespannt auf das, was da kommen sollte. Denn in der hellen Kirche fand man keinen erschlagenden Wand- oder Blumenschmuck, nur zwei Stühle warteten vor dem Altar.
Der Vorsitzende des Fördervereins, Manfred Jehnen, begrüßte dann die beiden Musikvirtuosen Tatiana Shumakova und Viacheslav Ivashka mit ihrem Betreuer, dem Gymnasiallehrer Rudolf Breuer aus Schleiden. In seiner Einführung machte machte Breuer deutlich, welch schweres Schicksal die beiden Künstler in ihrer Heimat Weißrussland haben, denn obwohl beide Musiker Dozenten an einer Musikakademie in Minsk sind, fehlt beiden Geld. ‘Viele dieser hochkarätigen Musiker gehen im Ausland auf die Straße, um sich mit ihrer Musik eine finanzielle Stütze zu schaffen’, erklärte er.
Zwei Stunden lang dauerte der Auftritt. Tatiana Shumakova spielte virtuos auf einer Zimbal, einem dreibeinigen Hackbrett mit 78 Saiten. Dieses tischartige Musiziergerät zeigte verschiedenste Gesichter: Mit den Fingerkuppen im ‘pizzicato’ gespielt, erzeugte es einen scharfen und metallischen Klang - ähnlich einer Mandoline oder einer Gitarre. Mit zwei Klöppeln geschlagen, kam der Klang einem Klavier sehr nahe. Dagegen bot ihr Partner Ivashka mit seinem Knopfakkordeon meist das harmonische Grundgerüst und gestaltete ein tiefes Bassfundament. Hin und wieder übernahm er auch die Melodie. Von leise bis laut, von betrübt bis beschwingt und heiter reichte das Repertoire, das die konzentrierten Zuhörer spürbar gedanklich in eine andere Welt versetzte.
Die Instrumentalisten scheuten sich auch nicht, Country oder Filmmusik auf Zimbal und Akkordeon umzusetzen. Nicht fehlen durften natürlich Volkslieder aus ihrer Heimat, die Viacheslav Ivashka mit seinem Gesang untermalte. Hoch diszipliniert, immer mit einem Lächeln auf den Lippen, bot das Duo ein ‘Musikzückerchen’ nach dem anderen. Feurig-temperamentvoll die rumänische Volksweise ‘Die Lerche’, witzig-akrobatisch ‘Karneval in Venedig’ von Paganini oder der Ohrwurm ‘Zirkus Renz’.
Das Publikum war hingerissen und bedankte sich mit viel Applaus. Schwungvoll und gestenreich führte Rudolf Breuer durch das Programm. Mit langem Applaus und nach vielen Zugaben verabschiedeten sich die Zuhörer händeschüttelnd von den Akteuren. Ein rundum gelungener Abend, was den Förderverein Kirche Uedelhoven motivierte, zukünftig weitere Konzerte zu veranstalten. ‘Damit können wir ‘Kultur auf dem Lande’ ein Forum bieten’, bilanzierte Vorstandsmitglied Erwin Stein.
Soweit der Artikel der ‘Kölnischen Rundschau’, dem kaum noch etwas hinzuzufügen ist. Ein paar Ergänzungen noch zum letzten Absatz: der Förderverein wird häufig als ‘Figuren-Restaurationsverein’ gesehen aber tatsächlich ist er viel mehr als das. Gerade in der heutigen Zeit der ‘Kirchenfusionen’ geht es besonders darum, das kirchliche und kulturelle Leben im Dorf zu halten... und was nutzt eine Kirche mit einer tollen Einrichtung, die zudem in einem hervorragenden Zustand ist, wenn keiner mehr die Kirche besucht.
Dem Förderverein geht es deshalb nicht nur darum, die Kirche ‘in Schuss’ zu halten, sondern auch sozusagen am Leben zu halten. Das Konzert hat dazu einen wertvollen Beitrag geleistet uns die Resonanz des Publikums macht Mut, auf diesem Weg weiterzugehen.
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