Laute-Konzert mit Christoph Barth am 22. Mai 2011
Auch diesmal schaffte es der Förderverein, an einem Sonntagnachmittag bei strahlendem Wetter knapp 50 Zuschauer bzw. Zuhörer in die Uedelhovener Kirche zu locken.
Seit dem ersten Konzert in der Reihe ”Kultur in der Kirche” gab es immer Abwechslung im musikalischen Angebot des Fördervereins. Für den Liebhaber traditioneller Musik gab es eine Orgelvesper oder Chorgesang, für die experimentierfreudigen Zuhörer solch ungewöhnliche Instrumente wie Zimbal und Akkordeon oder das Gospelkonzert 2007. Ungewöhnlich war es auch diesmal. Mit der Laute wurde ein Instrument präsentiert, das in der breiten Öffentlichkeit längst in Vergessenheit geraten ist und seine größte Popularität im 16. Jahrhundert genoss.
Gespielt wurde das Instrument von Christoph Barth, einem Künstler, mit dem der Förderverein über die Musikhochschule Köln in Kontakt kam.
Christoph Barth erhielt seinen ersten Lautenunterricht bei Tomaso Iacolino. Vor seinem Studium in Köln (Laute und Theorbe bei Konrad Junghänel sowie Schulmusik und Philosophie) war der im saarländischen Völklingen aufgewachsene Musiker von 1995 bis 2001 Jungstudent für Komposition an der Hochschule des Saarlandes für Musik und Theater in der Klasse von Theo Brandmüller. Im Rahmen des Erasmus-Austauschrogramms studierte er von September 2004 bis Juli 2005 am “Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse” in Paris in der Klasse von Eric Bellocq. Als Solist und mit Ensembles spielte er Konzerte in Deutschland und anderen europäischen Ländern und wirkte mit an der CD-Einspielung von Angelo Poliziano’s “La Fabula di Orfeo”. Im Jahr 2008 erhielt er den “Förderpreis Alte Musik” des Saarländischen Rundfunks.
Im Rahmen des gut 1 1/4-stündigen Konzerts spielte Christoph Barth auf verschiedenen Instrumenten der Lautenfamilie und präsentierte den Zuhörern eine musikalische Reise durch das Europa des 17. Jahrhunderts. Die Musikstile unterschieden sich je nach Herkunftsland.
So standen der eher strengen und strukturbetonten Musik von Silvius Leopold Weiss und Johann Sebastian Bach die klangsinnlichen und reich ornamentierten Werke der französischen Komponisten wie Ennemond Gaultier, Francois Dufaut und Jacques Gallot gegenüber, während die Musik der italienischen Komponisten Alessandro Piccini und Giovanni Girolamo Kapsperger wiederum einen extrovertierten und virtuosen Charakter hatte.
Auch die Instrumente, die Barth zwischen den einzelnen Darbietungen ausführlich erläuterte, waren hinsichtlich ihrer Stimmung und ihrer Klangfarbe verschieden. Die Barocklaute (rechts im Bild) klang eher filigran, während der Chitarrone (oben im Bild zu sehen) sich mit seinen langen Basssaiten etwas lauter und voller präsentierte.
Die Darbietung von Christoph Barth in unserer Uedelhovener Pfarrkirche war von hoher Qualität. Die Zuhörer, die nicht nur aus Uedelhoven und den Nachbarorten gekommen waren sondern auch aus Blankenheim, Münstereifel und darüber hinaus, waren begeistert und entließen den Künstler nicht ohne eine Zugabe.
Der Erlös den Konzertes kommt übrigens der Kirchenmauer (Bruchsteinmauer entlang des Kirchenaufganges) zugute, die dringend sanierungsbedürftig ist. Einige Besucher nutzten gleich die Gelegenheit, sich im Anschluss des Konzertes die Kirchenmauer näher anzusehen. Details dazu können Sie auch im “Uedelhovener Kirchenboten”, Ausgabe 01/2011 nachlesen (s. Downloadbereich)
Auch für Christoph Barth war der Aufenthalt in Uedelhoven nach dem Konzert noch nicht zu Ende. Auf Einladung eines Vereinsmitglieds traf man sich noch auf ein Glas Wein und nahm sich die Zeit, den wunderschönen Nachmittag Revue passieren zu lassen und bei guter Musik noch ein wenig zu fachsimpeln und Ideen für weitere Konzerte auszutauschen.
Es soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass der Künstler die Uedelhovener Kirche und ganz besonders auch das Engagement des Fördervereins sehr beachtlich fand und gerne noch einmal zu uns in die Eifel kommen möchte.
Das alles macht den Verantwortlichen des Fördervereins Mut, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzumachen!
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